Werkstattbericht
Der Kompilierschritt
Ein rohes Transkript ist eine Wand aus Text mit Zeitstempeln. Noch hat sie niemand gelesen. Im Kompilierschritt macht ein Modell daraus eine verlinkte Lexikonseite - ein Konzept, seine Quellen, und jede verwandte Idee als Link zurück.
Ein Transkript ist noch kein Wissen
Transkribieren liefert Text. Es liefert keine Antwort auf irgendetwas - das Transkript ist noch so geordnet, wie die Sprecherin geredet hat, nicht so, wie eine Frage gestellt wird. Fragst du es etwas, liest du wieder das Ganze.
Die Methode behandelt das Transkript als Rohmaterial, nicht als Ergebnis. Das Ergebnis ist, was ein Modell schreibt, nachdem es das Transkript gelesen hat: eine Seite, geordnet um ein Konzept - nicht um die Reihenfolge, in der jemand es zufällig gesagt hat.
Ein Konzept, eine Seite
Der Kompilierdurchgang fasst ein Transkript nicht zu einem Klumpen zusammen. Er zieht die Konzepte heraus, die im Transkript tatsächlich vorkommen, und gibt jedem seine eigene Seite. Ein Podcast über drei Themen wird zu drei Seiten, nicht zu einer langen Zusammenfassung.
Das ist der Teil, der langsam aussieht und sich später auszahlt. Eine Seite pro Konzept heißt: Das nächste Transkript, das dasselbe Konzept berührt, bearbeitet diese Seite - statt eine neue, unverbundene Zusammenfassung danebenzuschreiben.
Verwandte Konzepte, verlinkt
Jede Seite nennt die anderen Konzepte, die sie berührt, und verlinkt auf deren Seiten. Eine Seite zu 'Kontextfenster' verlinkt auf die Seite zu 'Attention', die wiederum auf die Seite zum Paper verlinkt, das den Begriff eingeführt hat - weil das Quellenmaterial genau so darüber gesprochen hat.
Ein Stapel unverlinkter Zusammenfassungen ist ein Aktenschrank. Links machen aus demselben Material ein Netz, das man ablaufen kann - von einer Aussage zur nächsten verwandten Aussage, über Quellen hinweg, die nie im selben Gespräch waren.
Der Kopf ist die Herkunft
Jede Seite beginnt mit einem Kopf, der die Transkripte auflistet, aus denen sie kompiliert wurde - welche Show, welche Folge, welche Quelle. Nichts auf der Seite schwebt frei von seiner Herkunft.
Dieser Kopf ist es, der die Seite später vertrauenswürdig macht. Sechs Monate später, wenn die Seite ein Dutzend Mal von einem Dutzend neuer Transkripte bearbeitet wurde, führt der Weg von einem Satz noch immer zurück zur genauen Aufnahme.
Es kumuliert
Das erste Transkript kompiliert zu einer Handvoll dünner Seiten. Das zehnte Transkript fängt nicht neu an - es bearbeitet die Seiten, die schon existieren, ergänzt die fehlenden, und die Links werden mit jedem Durchgang dichter.
Das ist das eigentliche Argument fürs Kompilieren statt bloßes Archivieren: Eine Bibliothek von Transkripten auf der Festplatte ist genau so viel wert, wie du heute daraus herausliest. Ein kompiliertes Netz ist nach jedem Transkript mehr wert als davor.